Der Begriff Rheuma inkludiert bis zu 100 verschiedene Rheumaerkrankungen. Dieser Beitrag handelt von der sogenannten rheumatoiden Arthritis.
Was ist rheumatoide Arthritis überhaupt?
Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine entzündliche, systemische Autoimmunerkrankung. Dabei richtet sich das eigene Immunsystem gegen bestimmtes körpereigenes Gewebe. In der Regel sind kleine Gelenke, wie beispielsweise die Fingergelenke oder die Ellenbogen betroffen. In den Blutgefäßen Betroffener findet sich eine erhöhte Konzentration entzündungsfördernder Botenstoffe, welche eine chronische Entzündungsreaktion im Gelenk auslösen. Die Gelenke „reagieren“, indem sie sich in ihrer Struktur verändern – es bilden sich Wucherungen der Gelenkschleimhaut und Verdickungen des Gewebes in der Gelenkkapsel.

Wie entsteht Rheuma?
Die genaue Ursache für die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis ist bislang ungeklärt. Fest steht, dass Frauen etwa dreimal so häufig betroffen sind wie Männer. Es werden außerdem familiäre Häufungen beobachtet. Mediziner*innen konnten bestimmte Risikofaktoren identifizieren, von denen angenommen wird, dass sie die Entstehung und den Verlauf einer rheumatoiden Arthritis beeinflussen. Hierzu zählt neben dem weiblichen Geschlecht und einem fortgeschrittenen Alter bei Erkrankungsbeginn auch ein positiver Rheumafaktor, welcher im Blutserum bestimmt wird. Umwelteinflüsse wie Rauchen zeigen sich ebenfalls als negativer Einfluss für die Entstehung und den Verlauf einer rheumatoiden Arthritis. Da die Erkrankung (im Gegensatz zu einer Arthrose) schnell voranschreiten kann, kann auch ein verzögerter Therapiebeginn mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten den Verlauf beschleunigen.
Symptome bei rheumatoider Arthritis
Grundsätzlich lässt sich eine rheumatoide Arthritis für Betroffene anhand der auftretenden Symptome von anderen Beschwerden am Gelenk, wie beispielsweise einer Arthrose, unterscheiden. Dies betrifft sowohl die Art des Gelenks selbst als auch die Dauer der Beschwerden und das allgemeine körperliche Empfinden:
Bei 90 % der Betroffenen sind vor allem die Hände von der rheumatoiden Arthritis betroffen. Patient*innen können eine sogenannte Handskoliose (Ulnardeviation) aufweisen. Darunter versteht man eine seitliche Abweichung der Mittelhand zum Daumen hin. Neben einer gezielten Kräftigung abgeschwächter Muskulatur im Rahmen der Physiotherapie ist eine gezielte Hilfsmittelversorgung durch Orthesen oder Alltagshilfen (z. B. spezielle Griffe) essenziell.
Behandlung bei Rheuma – Rheumatoide Arthritis
Um Verschlechterungen des Zustands bzw. eine Progredienz (Fortschreiten) der Erkrankung zu verhindern, ist ein früher Therapiebeginn wichtig. Bis zur sicheren Diagnosestellung empfehlen sich Schmerzmittel, sogenannte NSAR (= nicht steroidale Antirheumatika). Sie hemmen Symptome von Entzündungsprozessen wie Schwellung und Schmerz und senken in unterschiedlichem Ausmaß Fieber.
Vor allem im frühen Stadium können bei der rheumatoiden Arthritis sehr unterschiedliche Symptome auftreten, was die Diagnosestellung erschwert. Neben einer Röntgenuntersuchung steht Ärzt*innen ein Klassifikationssystem (ACR/EULAR-Kriterien) zur Verfügung. Hierbei werden verschiedene Kriterien, wie z. B. der Gelenkbefall, mit Punkten bewertet, wobei eine Gesamtpunktzahl ab mindestens 6 von 10 Punkten eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Nachdem die sichere Diagnose gestellt wurde, kann eine sogenannte Glucocorticoid-Behandlung zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu NSAR, wie beispielsweise Ibuprofen, gehören Glucocorticoide zu den steroidalen Antirheumatika. Sie wirken entzündungshemmend und immunsuppressiv, was bedeutet, dass sie die Immunreaktion des Körpers abmildern.

Neben einer medikamentösen Behandlung durch die Ärzt*innen soll ein möglichst früher multiprofessioneller Ansatz verfolgt werden. Was bedeutet das genau? Expert*innen verschiedener Professionen wie der Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung oder Psychotherapie arbeiten interaktiv zusammen. So kann optimal auf die Bedürfnisse der Patient*innen eingegangen und eine hilfreiche Unterstützung ermöglicht werden. Die Deutsche Rheuma-Liga ist eine Selbsthilfeorganisation und bietet Betroffenen außerdem die Möglichkeit, Informationsmaterial zu beziehen und in Kontakt mit anderen Betroffenen und Fachpersonal zu treten.

Rheuma – Physiotherapie
m eine angepasste Therapie durchführen zu können, wird die*der Physiotherapeut*in zunächst ein ausführliches Erstgespräch führen. Hierbei werden unter anderem die Art und die Intensität der Schmerzen besprochen. Treten die Beschwerden nur bei Belastung auf? Gibt es bestimmte Bewegungen, die den Schmerz verstärken? Hierbei geht es vor allem um Alltagsbewegungen wie das An- und Ausziehen, das Tragen von Gegenständen oder die Anforderungen am Arbeitsplatz. Eine ausführliche körperliche Untersuchung der betroffenen Region gibt außerdem Aufschluss über Schwellungen, Fehlstellungen und Kompensationsbewegungen. Wichtig – wie bei jeder Diagnose und Behandlung – ist eine ausführliche Zielbesprechung. Welche Ziele haben die Patient*innen? Was soll kurzfristig, was langfristig erreicht werden? Was können die Patient*innen selbst tun, um den Zustand zu verbessern? Wir zeigen dir Übungen zur Korrektur von Fehlstellungen, die selbstständig durchgeführt werden können.
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Die richtige Handstellung – Korrektur von Fehlhaltungen: Richte deinen Unterarm, deine Handfläche und die Finger so aus, dass sie eine Gerade bilden (siehe Bild).

2. Nimm die korrekte Handstellung (siehe 1.) ein und bewege deinen Daumen langsam und kontrolliert Richtung Handinnenfläche und wieder zurück. Achte darauf, Ausweichbewegungen zu vermeiden.

3. Bewege die einzelnen Glieder der Finger isoliert; achte auf eine langsame und kontrollierte Durchführung.


Vermeide bitte Bewegungen wie das starke Zusammendrücken von Gegenständen mit gleichzeitiger Beugung aller Fingergelenke.
